Wissensmanagement: Was wirklich wichtig ist

Aufgeschlagenes Buch mit leuchtender Glühbirne als Sinnbild für Wissensmanagement

Wissensmanagement ist keine Option mehr – es ist eine Notwendigkeit. In einer Welt, in der Informationen in rasanter Geschwindigkeit produziert werden, bleibt oft das Wichtigste auf der Strecke: die nachhaltige Nutzung dieses Wissens. Besonders Selbstständige und Unternehmer stehen vor der Herausforderung, Wissen nicht nur zu konsumieren, sondern es gezielt zu strukturieren, um daraus langfristig Nutzen zu ziehen.

Warum Wissensmanagement überlebenswichtig ist

Solopreneure und Unternehmer investieren beträchtliche Summen in ihre Weiterbildung, um ihre Fähigkeiten zu erweitern und wettbewerbsfähig zu bleiben. Laut der IW-Weiterbildungserhebung 2023 gaben Unternehmen im Jahr 2022 durchschnittlich 1.347 Euro pro Person für Weiterbildung aus, was insgesamt 46,4 Milliarden Euro entspricht. Kleine Unternehmen investierten dabei sogar 1.492 Euro pro Person, während mittelgroße Unternehmen 1.288 Euro und Großunternehmen 1.267 Euro pro Mitarbeiter ausgaben. Die Zahlen für die eigene Weiterentwicklung von Solopreneuren liegt vermutlich sogar noch über dem Budget von Kleinunternehmen, da sie sich gleich in mehreren Unternehmensbereichen weiterbilden müssen.

Das sind pro Jahr mindestens 1.347 gute Gründe, in das persönliche Wissensmanagement zu investieren. Damit die Weiterbildung erfolgreich sein kann, muss sie auf stabilen Beinen stehen. Sicherzustellen, wie das Erlernte später immer wieder genutzt werden kann, gehört dazu.

Doch klassische Wissensmanagement-Systeme stoßen schnell an ihre Grenzen. Starre Kategorien, unübersichtliche Notizen und fehlende Verknüpfungen sorgen dafür, dass wertvolles Wissen in der digitalen Ablage verstaubt. Das Wissen, die eingesetzte Zeit und das eingesetzte Geld verpuffen einfach.

In diesem Artikel erfährst du, wie du dein persönliches Wissensmanagement revolutionieren kannst, um produktiver, kreativer und effizienter zu arbeiten.

Was ist Wissensmanagement? (Definition & Abgrenzung)

Wissensmanagement bezeichnet den systematischen Umgang mit Wissen – von der Erfassung und Speicherung bis hin zur Nutzung und Weiterentwicklung. Ziel ist es, Wissen so zu organisieren, dass es jederzeit verfügbar und wertsteigernd eingesetzt werden kann.

Abgrenzung zu verwandten Konzepten:

  • Informationsmanagement: Bezieht sich auf die Verwaltung von Daten und Dokumenten, ohne den Fokus auf Vernetzung und langfristige Nutzung.
    • Beispiel: Ein Unternehmen setzt eine Wissensdatenbank auf, in der alle relevanten Fachinformationen, Best Practices und Lessons Learned gespeichert und vernetzt werden, sodass Mitarbeitende effizient darauf zugreifen können.
  • Dokumentenmanagement: Organisiert Dateien und Inhalte, geht aber nicht weiter in die strategische Nutzung des darin enthaltenen Wissens.
    • Beispiel: Ein Unternehmen nutzt ein DMS, um Rechnungen, Verträge oder E-Mails zu archivieren, die sich nach Stichworten durchsuchen und versionieren lassen.

Effektives Wissensmanagement braucht jedoch mehr: Aus den Gelernten Inhalten müssen wir neue Inhalte schaffen, Innovationen kreieren, neue Ideen und Lösungen entwickeln. Aus diesem Grund scheitert klassisches Wissensmanagement: Die meisten Systeme setzen auf hierarchische Ablagen und starren Kategorien. Doch echtes Wissen ist vernetzt. Daher braucht es eine flexiblere Strategie.

Warum Wissensmanagement für Selbstständige & Unternehmer entscheidend ist

Ohne ein durchdachtes Wissensmanagement riskierst du:

  • Verlust wertvoller Ideen, weil sie in Notizen oder Cloud-Ordnern untergehen.
    • Du baust nach und nach immer mehr „Wissenssilos“ auf, also in sich abgeschlossene Systeme, mit denen du nach kurzer Zeit nicht mehr arbeiten kannst. Ein gutes Beispiel dafür sind Notizen, die du dir zu einem Buch machst: Du gibst dem Abschnitt in deinem Notizbuch, dem Cloudordner oder der Datei den Namen des Buches und schreibst alle Informationen, Ideen und Gedanken einfach runter.
  • Zeitverschwendung, weil du immer wieder dieselben Informationen recherchierst.
    • Durch u.a. Wissenssilos fehlt dir der Überblick darüber, was du schon weißt und was nicht. Das geht schon im Kleinen dadurch, dass man ähnliche Inhalte immer wieder aufnimmt. Hier liegt die größte Gefahr, immer wieder auf ein „Shiny Object“ hereinzufallen. Immer wieder höre ich jedoch von Menschen, die Bücher doppelt gekauft haben, weil sie sich nicht mehr daran erinnern konnten, dass es schon in ihrem Schrank steht.
  • Ineffizienz, weil du Wissen nicht systematisch weiterentwickelst.
    • Du nimmst Wissen auf, schreibst es herunter und verschließt es in einem Wissenssilo. Damit bist du dir aber noch gar nicht bewusst, welche Lücken es in deinem Wissen noch gibt, ob du sie schließen möchtest und wenn ja, wie.

Ein effektives Wissensmanagement hingegen:

  • Erlaubt schnellen Zugriff auf relevantes Wissen.
    • In einem gut und einfach aufgesetzten System findest du alles schnell wieder. Im Idealfall sind die Inhalte untereinander so verknüpft, dass du für jedes Ziel nur wenige Klicks brauchst oder es schnell über die Verknüpfungen zu anderen Inhalten erreichst.
  • Fördert kreative Verknüpfungen und neue Ideen.
    • Verknüpfungen nutzt du nicht nur für das schnelle Wiederfinden von Wissen, sondern auch für seine Weiterentwicklung. Damit kannst du spielend einfach vergleichen, hintereinanderreihen, hinterfragen, in Abhängigkeit setzen …
  • Reduziert mentale Überlastung durch einfache und klare Strukturen.
    • Je einfacher das System, desto einfacher kannst du damit arbeiten. Nichts ist schlimmer als die ewige Suche nach dem richtigen Speicherplatz schon beim Ablegen einer Information.

Die drei zentralen Prinzipien eines funktionierenden Wissensmanagements

1. Auffindbarkeit: Wissen strukturiert ablegen

  • Speichere dein Wissen so, dass du es später wiederfindest
  • Methoden: Tagging, Verlinkungen, Ordner …
  • Tools: Notion, Evernote, Obsidian …

Im ersten Schritt geht es um ein sauberes Setup. Wichtig ist hier beispielsweise, welches Wissensmanagement-Tool du nutzen möchtest oder dass du nach dem Grundsatz „Alles an einem Ort“ vorgehst.

2. Vernetzung & Weiterentwicklung

  • Isolierte Notizen sind wertlos
  • Wie du Wissen so verknüpfst, dass neue Ideen entstehen
  • Prinzip des „interkonnektiven Denkens“

Du nutzt die Grundzüge für vernetztes Denken und Arbeiten. Du verknüpfst bestehende Informationen und kreierst neue Ideen durch neue Verknüpfungen.

3. Langfristige Nutzung & Wiederverwertung

  • Wissen aktiv nutzen statt nur speichern
  • Methoden zur Integration in den Alltag
  • Wie du dein Wissen für Content-Erstellung oder Entscheidungsfindung nutzt

Du arbeitest aktiv mit deinem persönlichen Wiki. Das bedeutet, dass du deine persönliche Routine entwickelt hast, um es im hektischen Alltag einfach zu füllen, aber auch schnell Ideen daraus zu nutzen oder neue Ideen zu entwickeln.

Die häufigsten Fehler im Wissensmanagement und wie du sie vermeidest

Fehler #1: Zu viele Wissensmanagement-Tools, zu wenig System

Das beste Tool hilft nichts, wenn die Struktur fehlt.

Fehler #2: Starre Kategorien, die Kreativität abwürgen

Statt fester Ordner lieber dynamische Verknüpfungen nutzen.

Fehler #3: Keine regelmäßige Reflexion & Pflege

Dein Wissenssystem muss lebendig bleiben und sich weiterentwickeln.

Welche Tools helfen wirklich – und warum dein System wichtiger ist als das Tool

Viele setzen auf Tools wie Evernote, OneNote oder Notion, scheitern aber an der fehlenden Struktur. Dein Wissen sollte nicht von einem Tool abhängig sein, sondern auf einem klaren Prinzip basieren. Obsidian ist z. B. ein flexibles Tool, aber der eigentliche Vorteil liegt in der Art, wie du dein Wissen organisierst.


Die meisten Wikinauten arbeiten übrigens mit Obsidian. Es bietet alles, was Solopreneuer und Geschäftsleute für ihr Wissensmanagement brauchen.

Deswegen gibt es bei den Wikinauten auch alles Lernmaterial, um schnell und effizient in Obsidian einsteigen zu können. Ohne Umwege und ohne Gedöns, nur direkt Handlungsfähig werden.


So startest du mit nachhaltigem Wissensmanagement – ein erster Schritt

1. Schritt: Definiere deine Wissensbereiche

Welche Themen sind für dich relevant? Erstelle eine einfache Liste.

2. Schritt: Starte mit einem Tool (z. B. Obsidian)

Baue eine erste Struktur mit Notizen und Verknüpfungen.

3. Schritt: Etabliere eine Routine

Plane feste Zeiten ein, um dein Wissen zu pflegen und weiterzuentwickeln.

Fazit & weiterführende Ressourcen

Wissensmanagement ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Ein durchdachtes System spart Zeit, erhöht deine Kreativität und hilft dir, dein Wissen effektiv zu nutzen.

Du willst dein Wissensmanagement auf das nächste Level bringen? Dann werde Teil unserer Community und baue dein eigenes nachhaltiges System auf!