Nordstern als Symbol zur Alternative zum Ziele setzen

Warum dein Zielsystem dich jedes Jahr im Stich lässt – und was stattdessen funktioniert 🎯

Es ist wieder so weit. Social Media ist voll mit Jahresrückblicken, Vision Boards und Zielplanungs-Posts. SMART-Ziele für sieben Lebensbereiche, Quartalsplanung, Visualisierung – du kennst das Spiel. Sich Ziel zu setzen ist zu einem Volkssport geworden.

Und wenn du ehrlich bist: Du kennst auch das Ergebnis.

Spätestens im Februar liegt der schöne Plan in der Schublade. Der Alltag ist zurück. Die Kunden wollen etwas. Die Familie braucht dich. Und du fühlst dich schlecht, weil du “schon wieder” nicht durchgehalten hast.

Spoiler: Das Problem bist nicht du. Das Problem ist das System.

Das Ritual, das nie funktioniert ❌

Vielleicht erkennst du dich hier wieder:

➡️ Ende Dezember oder Anfang Januar sitzt du da und sollst dir Ziele setzen ➡️ Am besten gleich für mehrere Lebensbereiche ➡️ SMART formuliert, messbar, aufgeschrieben ➡️ Runtergebrochen in Unterziele, Quartalsplanung, Wochenplanung ➡️ Visualisiert, durchgeplant, mit Puffer versehen

Und dann?

Zwei, drei Wochen später ist alles beim Alten. Ein Kunde will etwas Neues. Ein Projekt ändert sich. Die Familie braucht dich. Das Leben passiert.

Das ist mir jahrelang so gegangen. Ich habe Stunden in meine Jahresplanung gesteckt. Richtige Projektpläne gemacht. Puffer eingebaut. Und trotzdem: Nicht ein einziges Mal habe ich meine Ziele zu 100% erreicht.

Der tiefere Schmerz: “Ich bin nicht gut genug” 💔

Das Schlimmste an diesem System ist nicht, dass es nicht funktioniert.

Das Schlimmste ist, was es mit deinem Mindset macht.

➡️ “Ich hab es schon wieder nicht hingekriegt.” ➡️ “Wie kann ich denken, dass ich das Zeug zur Unternehmerin habe, wenn ich nicht mal selbst gesetzte Ziele erreiche?” ➡️ “Andere kriegen das doch auch hin, warum ich nicht?”

Eine Coachee hat mir Ende letzten Jahres erzählt: “Stephanie, ich hab mittlerweile vier oder fünf verschiedene Bücher für Jahresplanung. Ich kauf mir jedes Jahr ein neues, in der Hoffnung, dass DIESES endlich funktioniert. Aber ich komm nie über Februar hinaus.”

Kommt dir das bekannt vor?

Die Alternative: Nordstern statt Zielsystem 🧭

Stell dir vor, du hättest keine starre Route, sondern eine Richtung.

Keinen detaillierten Plan mit Quartalszielen und Meilensteinen, sondern einen Kompass, der auf einen Nordstern zeigt. Ziele setzen kannst du dir im kleinen Maße, wenn es gerade zu einem kurzen Wegstück zum Nordstern passt, sonst verlierst du dich in der Planung.

Das ist das Konzept, das ich für mich in den letzten Jahren etabliert habe. Und es funktioniert.

Was ist ein Nordstern?

Ein Nordstern ist kein SMART-Ziel. Es ist ein Gefühl, eine Richtung, ein ungefähres Bild.

Beispiel: “Ich möchte mein Business lukrativer gestalten.”

Das ist nicht messbar. Es ist nicht spezifisch. Aber wenn du diesen Satz liest, hast du sofort ein Bild vor Augen. Du weißt ungefähr, was das für dich bedeuten könnte.

➡️ Vielleicht mehr Umsatz ➡️ Vielleicht eine glücklichere Familie ➡️ Vielleicht mehr Freiheit ➡️ Vielleicht etwas ganz anderes

Und weißt du was? Das reicht.

Der entscheidende Unterschied 💡

Mit einem Ziel: Wenn du 50.000 Euro mehr Umsatz als Ziel hast und 49.999 Euro erreichst, hast du versagt.

Mit einem Nordstern: Wenn dein Nordstern “lukrativeres Business” ist und du 4.999 Euro mehr umsetzt, bist du dem Nordstern sehr nahe gekommen.

Kein Scheitern. Nur Navigation.

Vier Prinzipien für die Nordstern-Navigation ⚓

1️⃣ Nordstern statt Zielsystem

➡️ Setz dir nicht drei Ziele für sieben Lebensbereiche ➡️ Setz dir EINEN Nordstern ➡️ Ein ungefähres Bild, eine Richtung ➡️ Es darf wirr sein, es darf sich ändern

2️⃣ Machen statt Planen

➡️ Keine tagelange Jahresplanung mehr ➡️ Schreib dir wild auf, was dir einfällt ➡️ Dann tu einfach, was gerade dran ist ➡️ Der Alltag kommt sowieso – also lass ihn Teil des Systems sein

Beispiel: Dein Nordstern ist “lukrativeres Business”. Was fällt dir spontan ein?

➡️ Einwandbehandlung lernen ➡️ Sichtbarer werden in Social Media ➡️ Podcast starten ➡️ Preise anheben ➡️ Zielgruppe schärfen

Das ist dein Buffet. Du bedienst dich, wann es passt.

3️⃣ Regelmäßige Reflexion statt Big Planning Session

➡️ Keine große Jahresplanung mehr ➡️ Stattdessen: kleine Check-ins alle paar Wochen ➡️ 10 Minuten reichen ➡️ Die Frage: “Passt das hier noch? Bringt mich das meinem Nordstern näher?”

Wenn ja: weitermachen. Wenn nein: adjustieren.

4️⃣ Kein Scheitern, nur Navigation

➡️ Du scheiterst nicht mehr an Zielen ➡️ Du navigierst ➡️ Manchmal kommst du vom Kurs ab – kein Problem ➡️ Du korrigierst einfach

Das ist fürs Mindset ungemein wichtig.

Du fühlst dich nicht mehr wie jemand, der ständig scheitert. Du fühlst dich wie jemand, der seinen Weg findet.

Wie das in der Praxis aussieht 🛠️

Beispiel: Ich habe für mich “erfolgreiches Leben” als Nordstern definiert. Was das genau bedeutet, ändert sich manchmal. Aber ich kann spüren, ob ich in die richtige Richtung gehe. Dafür kann ich mir bei Bedarf kleine Ziele setzen, wenn es passt.

Und das reicht.

Ich habe aufgehört, detaillierte Jahrespläne zu machen. Ich weiß, wo mein Nordstern ist. Und dann mache ich halt Dinge.

Alle paar Wochen frage ich mich: “Passt das noch?”

Meistens ja. Manchmal nein. Dann ändere ich was.

Kein Drama. Keine Selbstvorwürfe. Nur Navigation.

Probier es aus ✨

Vielleicht ist in diesem Jahr die große Zielplanung gar nicht mehr dein Ding.

Vielleicht suchst du dir stattdessen deinen Nordstern und machst mehr, anstatt viel zu planen.

Ich wünsche dir damit viel Erfolg.

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In der nächsten Folge erzähle ich dir von einem großen Fail, den ich vor ein paar Tagen gemacht habe. Wir hören uns!


❓ Häufig gestellte Fragen zum Thema “Ziele setzen”

1. Warum funktionieren SMART-Ziele für viele Menschen nicht?

SMART-Ziele (spezifisch, messbar, erreichbar, relevant, terminiert) sind zu starr für den Alltag von Selbstständigen und Freelancern. Der Alltag kommt dazwischen – Kunden wollen etwas, Projekte ändern sich, das Leben passiert. Wer dann seine Ziele nicht erreicht, fühlt sich wie ein Versager, obwohl das System das Problem ist, nicht die Person.

2. Was ist der Unterschied zwischen einem Ziel und einem Nordstern?

Ein Ziel ist messbar und spezifisch (z.B. “50.000 Euro mehr Umsatz”). Ein Nordstern ist eine Richtung, ein Gefühl (z.B. “lukrativeres Business”). Bei einem Ziel hast du versagt, wenn du 49.999 Euro erreichst. Bei einem Nordstern bist du der Richtung nahe gekommen – kein Scheitern, nur Navigation.

3. Wie oft sollte ich meinen Nordstern überprüfen?

Alle paar Wochen reichen 10 Minuten für einen Check-in. Die Frage ist einfach: “Passt das hier noch? Bringt mich das, was ich tue, meinem Nordstern näher?” Wenn ja, weitermachen. Wenn nein, adjustieren. Keine große Jahresplanung mehr, sondern regelmäßige Mini-Reflexionen.

4. Kann sich mein Nordstern im Laufe des Jahres ändern?

Ja, absolut! Der Nordstern darf sich anpassen, wenn sich deine Wünsche oder Umstände ändern. Das ist sogar einer der großen Vorteile: Du navigierst flexibel, statt an einem starren Plan festzuhalten, der längst nicht mehr passt.

5. Ist das Nordstern-Prinzip nicht zu unkonkret für echten Erfolg?

Nein. Der Nordstern gibt dir eine klare Richtung, ohne dich in Details zu verlieren um deine Ziele zu setzen. Du schreibst dir wild auf, was dir einfällt (dein “Buffet”), und bedienst dich daraus, wenn es passt. Das ist konkreter als ein Plan, den du sowieso nicht durchhältst, und flexibler als starre Ziele, an denen du scheiterst.


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