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Wieder da bei der GSA Convention 2026

Ein Sandkorn in der Muschel, eine Rede über Female Rage und ein neues Format für die PEGs. Was ich von der Convention mitgenommen habe.

Zwei Jahre lang habe ich die Convention der German Speakers Association verpasst. Dieses Jahr in Ingolstadt war ich wieder dabei, und ich habe mich wahnsinnig gefreut.

Im Grunde hat sich gar nicht so viel verändert. Das ist das Schöne.

Namensschild von Stephanie Selmer an einem blauen GSA Band, darunter die Bänder für Mitgliedschaft, Vorstand, Akademie Dozent, PEG Leitung und Club7

Es ist wie ein Klassentreffen unter Speakern und Speakerinnen.

Tag eins: Die PEGs im neuen Format

Ich bin Koordinatorin der PEGs, der Professional Expert Groups in der GSA. Deshalb bin ich bei diesem Teil besonders stolz.

Bisher haben die PEGs einen Tag vor der Convention ein eigenes Programm veranstaltet. Jede Gruppe hatte einen eigenen Raum und etwa drei Stunden Programm vorbereitet. Die Termine liefen parallel, ein Teil am Vormittag, ein Teil nach der Mittagspause.

Das hatte mehrere Haken. Die Vormittagstermine waren immer mau besucht, weil PEG-Leitungen und alle Teilnehmer oft erst am Vormittag anreisen. Dazu waren die Slots zu lang, wir brauchten zu viele Räume und es war schwer, mittendrin zu wechseln.

Dieses Jahr haben wir etwas Neues ausprobiert. In einem großen Raum gab es mehrere kleine Stationen, für jede PEG eine. Jede PEG hatte 15 Minuten für ihren Inhalt. Die Teilnehmenden starteten an einer Station und konnten nach 15 Minuten zur nächsten gehen. Überall gab es einen kleinen Impuls.

Jede PEG sollte außerdem erzählen, was in ihrer Gruppe Tolles passiert und was man dort lernen kann, und dazu einen Input zu einem speziellen Thema geben. Manche PEGs haben aufeinander aufgebaut und in jedem Durchgang eine neue Idee gebracht. Andere haben ihren Slot jedes Mal mit denselben Inhalten gefüllt.

Diese Stationen des "Inspiration Circuits" gab es:

  1. PEG Bühne und Performance
  2. PEG International
  3. PEG Künstliche Intelligenz
  4. PEG MICE
  5. PEG Vertrieb und Marketing
  6. Women of GSA
Der große Raum mit den PEG-Stationen, links ein Flipchart mit dem Titel MICE, davor sitzen Teilnehmende in kleinen GruppenEine Frau steht vor Flipcharts zum LinkedIn Quick Lab und spricht zu den ZuhörendenEine Gruppe steht um ein Flipchart mit dem Titel Women of GSA und hört einer Frau zuTeilnehmende sitzen und stehen im Raum und schauen in dieselbe Richtung

Alle konnten überall reinschnuppern, schnelle Impulse gewinnen und eine kleine Challenge sofort umsetzen.

Das anschließende Feedback war wunderbar und zeigt, dass wir genau so weitermachen sollten. Mit ein paar Learnings aus diesem Jahr wird es dann noch besser.

Volker Busch und die Perle

Es gab viele Vorträge, ich nenne nur zwei. Einer davon war der von Volker Busch, und der hat mir besonders gut gefallen. Sein Titel: "Schrecklich schöne Unsicherheit."

Volker Busch steht auf einer Bühne neben einer Folie über die Eskalation der negativen Berichterstattung

Volker hat zwischen Ungewissheit und Unsicherheit unterschieden. Ungewissheit gehört zur Welt: das Wetter, die Lottozahlen, die Politik. Daran können wir nichts ändern. Unsicherheit dagegen ist das Gefühl, das diese Ungewissheit in uns auslöst. Und an dem kann man arbeiten.

Außerdem kommt erst das Handeln und dann das Mindset, nicht umgekehrt. Und ein mittlerer Grad an Unsicherheit macht uns am leistungsfähigsten: Totale Sicherheit macht passiv, Panik macht handlungsunfähig.

Zum Schluss kam sein Lieblingsspruch: "Unser stärkster Motor ist die Störung." Das schönste Bild dafür sei die Muschel mit der Perle. Das Sandkorn in der Muschel ist die Störung, und daraus entsteht das Wachstum, das Besondere. Voraussetzung ist, dass die Muschel es nicht abstößt, sondern liebevoll umhüllt. In einer Gesellschaft, die so stark auf Effizienz aus ist wie unsere, haben wir kaum noch Sandkörner im Getriebe, eben weil sie Störungen sind.

Anna Engers und Female Rage

Eine Rednerin steht auf der Bühne, links daneben eine Leinwand mit einem englischen Songtext

Der zweite Vortrag, den ich nennen möchte, kam von Anna Engers: "Hallo Patriarchat, wir müssen reden."

Wir kennen uns schon lange und das große Thema ihres Vortrages, Female Rage, war mir nicht neu. Anna hat viele tolle Sachen gesagt und viele Gefühle im Raum geweckt. Ihr Vortrag war wahrscheinlich der, zu dem ich später in der Kaffeepause die am stärksten unterschiedlichen Stimmen gehört habe.

Bei den männlichen Zuhörern ist Female Rage, so mein Eindruck, nicht als das angekommen, was es ist. Eher als eine Wut, eine Zickigkeit, die wir Frauen haben, ohne dass wir sie eigentlich haben müssten. Schließlich geht es uns heute gut, wir dürfen wählen, arbeiten und ein eigenes Bankkonto haben. Worüber beschweren wir uns eigentlich?

Für viele Frauen hingegen hat sie viele Dinge angesprochen, die wir kennen, die wir fühlen und verstehen und für die wir oft keine Worte haben.