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… und sie gleichzeitig zu einer großen Vision inspirieren

 

Unsicherheit

Wer Verantwortung trägt, muss seinen Mitarbeitern Sicherheit geben.

Ihre Mitarbeiter sind unsicher. Sie stecken mitten in einer Veränderung und wissen nicht, wie es genau weitergeht. Ganz gleich, ob Digitalisierung, ein Unternehmens zu Kauf oder der demographische Wandel: Unsicherheiten lauern überall. Jetzt ist es wichtig, als Unternehmer damit richtig umzugehen. Wie das funktionieren kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Flurfunk und andere Symptome

Kaum betreten Sie das Unternehmen, wenn sie kritisch beäugt. Gespräche verstummen und jeder ihrer Schritte wird genau beobachtet. Das sind nur die ersten Anzeichen, Sie lassen sich weiter steigern: auf dem Flurfunk wird von Kündigung gesprochen und davon, das „sinkende Schiff“ so schnell wie möglich zu verlassen. Vielleicht haben auch die ersten Mitarbeiter ihre Kündigung schon eingereicht.  Die Unsicherheit ist geradezu greifbar – das ist in Veränderung keine Seltenheit!

Die heutige Zeit wird beherrscht von Unsicherheit. Ihre Mitarbeiter fragen sich: „Wird mein Job weg digitalisiert?“, „Meine Position ist jetzt doppelt besetzt, wird der Kollege aus dem zugekauften Unternehmen die Stelle behalten?“ und „ wie schaffen wir es, dass das Wissen im Unternehmen bleibt, selbst wenn ältere Mitarbeiter uns verlassen?“. Das sind alles relevante Fragen und werden von Unternehmen oft viel zu spät gestellt. Das ist kein Wunder, dass sich die Mitarbeiter, die sich diese Fragen früher stellen, nicht sicher fühlen.

In einer Veränderung ist es ihre wichtigste Aufgabe, ihren Mitarbeitern Sicherheit zu geben. Aber wie soll das funktionieren, wo sie sich selbst nicht sicher sind, wohin der Weg geht? Wie können Sie Ihren Mitarbeitern die Angst nehmen, wenn sie selbst nicht wissen wie genau das Ziel aussieht?

 

Sie müssen den Weg nicht kennen – Sie müssen ihn entdecken

In der Arbeitswelt hat sich etwas grundlegend verändert: früher war der Unternehmer der Macher! Derjenige, der genau wusste, wo ist lang geht. Der nicht nur das Ziel kennt, sondern auch jeden einzelnen Schritt dahin. Das hat Sicherheit vermittelt. Das hat aber auch den Unternehmer, sein Unternehmen und damit jeden einzelnen Mitarbeiter in seinem Gestaltungsspielraum eingeschränkt.

Erfolgreiche Unternehmer wissen heute, dass sie nicht mehr jeden Schritt kennen müssen, noch bevor sie losgehen. Sie müssen bereit sein, den Weg zu entdecken und für ihre Mitarbeiter der Vorreiter zu sein.

Für Sie als Unternehmer ist es nur auf den ersten Blick einfacher zu planen. Aber ich will Ihnen nichts vormachen: wahrscheinlich ist es schwieriger als früher. Sie müssen Ihr Ziel genau kennen, Sie müssen genau wissen, wohin sie ihr Unternehmen steuern möchten. Das müssen wir ins Blaue hinein tun, schließlich können Sie sich nicht auf den einzelnen Schritten aufbauend orientieren. Sie müssen eine genaue Vision davon haben, wohin sie mit ihrem Unternehmen wollen, wofür steht und welche Werte im Unternehmen herrschen.

 

Die Zauberformel

So paradox es klingt: Den Weg zu entdecken schafft Sicherheit! Ihre Mitarbeiter verstehen schnell, dass es Ihnen ähnlich geht wie ihnen selbst. Auch Sie wissen nicht, welche Schritte genau zu gehen sind. Doch sofern es sich bei Ihrem Unternehmen nicht um einen Start-up handelt, haben Sie es schon durch man’s manche Unsicherheit geschifft. Ihre Mitarbeiter wissen also, dass sie die richtigen Punkte im Blick haben.

Sie haben so die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter wirklich zu inspirieren. Sie haben nicht nur Menschen, die ihnen hinterher laufen. Sie haben Anhänger, die mit ihnen auf die gleiche Vision zu gehen.

 

Die wichtigste Zutat für Sicherheit im Change

Eine Sache ist jedoch essenziell und darf auf keinen Fall übersehen werden: Mut zur Offenheit! Nur wenn sie sich trauen, offen über die Lücken in der Planung zu sprechen, wenn ihre Mitarbeiter bereit sein, Ihnen zu folgen. Sie müssen der Lage sein, über die nächsten Schritte so detailliert wie möglich zu sprechen und das Ziel, dass „warum“ für die Veränderung ganz deutlich auszumalen. Daneben müssen Sie ansprechen können, welche Lücken noch geschlossen werden müssen oder dass Sie die selbst noch gar nicht überblicken können.

 

Wie das genau aussehen kann

Ein Beispiel aus einem Projekt, dass ich vor Jahren begleitet habe, würde mich in diesem Zusammenhang wahrscheinlich nie loslassen:

 

Das Projektteam war gerade massiv vergrößert worden. Zusätzliche Softwareentwickler programmierten nahezu Tag und Nacht, damit alle Teilprojekte pünktlich liefern konnten und der Rollout wie geplant stattfinden konnte. In drei von vier Teilprojekten klappt das wunderbar. Schon nach wenigen Tagen wurden die Ergebnisse sichtbar und es war klar, dass man alle Termine halten konnte.

Im vierten Teil Projekt waren die Schwierigkeiten jedoch so groß, dass sie auch mit massiver Mehrarbeit nicht überwunden werden konnten. Es wurde klar, dass das Teilprojekt nicht pünktlich abgeschlossen werden konnte – schon das dritte Mal in Folge! Die Nachricht des Vorstandes, dass das Teilprojekt gestoppt werden müsse, kam am nächsten Vormittag.

 

Dann ging es ganz schnell – die Unsicherheit griff um sich

Keine halbe Stunde später war die Kaffeeküche gerammelt voll und die Projektmitglieder stellten die wildesten Vermutungen an. Die einen waren sich sicher, dass das ganze Teilprojekt gecancelt würde. Die anderen waren davon überzeugt, dass das Teilprojekt so wichtig war, dass es dennoch durchgezogen werden müsse. Die Freelancer aktualisierten ihre Profile bei den Vermittlern nannten als ihre Verfügbarkeit „ab sofort“.

Ganz klar: Sicherheit sieht anders aus. Es musste dringend etwas passieren!

 

Mut zur Offenheit brachte allen Sicherheit

Der Projektsponsor beraumte noch am gleichen Tag ein Meeting für das gesamte Projektteam an. Er sprach kurz über den Status der ersten drei Teilprojekte und lobte die überragende Leistung der Entwickler. Beim vierten Teilprojekt sprach er nicht lange um den heißen Brei herum. Er sagte, dass er mit dem Vorstand direkt gesprochen habe und sie sich einig geworden wären, dass das Teilprojekt in einem kleineren Umfang realisiert werden sollte. Er nannte die Rahmenbedingungen und den Zeitplan, sprach vom geplanten Lieferumfang und der Personalplanung für die ersten Wochen.

Er machte allen klar, dass das große Ziel, dass das Teilprojekt ursprünglich verfolgt hatte, immer noch das gleiche war. Die Projektmitglieder waren begeistert, denn genau dieses Ziel hatten sie sich selbst auch vorgestellt. Er kannte die nächsten Schritte und konnte damit den Personaleinsatz planen. Er sagte aber auch offen, dass er nicht länger als wenige Wochen planen können und sich der Weg erst im gehen erschließen würde.

Genau so ging das Projekt weiter. Mit jedem Meilenstein sprach der Projektsponsor darüber, welche Schritte als nächstes geplant wären und malte seinem Projektteam das Ziel aus. Planungssicherheit herrschte nur für wenige Wochen, doch das war genug, um das Team zu inspirieren. Es lief regelrecht zu Höchstformen auf, entwickelte die geplanten Schritte und verbesserte auf dem Weg Nutzen der gesamten Anwendung.

Eineinhalb Jahre später, ein halbes Jahr später, als ursprünglich geplant, wurde das Teilprojekt erfolgreich abgeschlossen, das große Ziel war erreicht.

 

Was Sie jetzt tun müssen

  1. Überlegen Sie genau, welches Ziel Sie mit der Änderung verfolgen. Warum sollten Ihre Mitarbeiter Ihnen folgen? Welchen größeren Sinn hat die Veränderung?
  2. Legen Sie die ersten Schritte fest. Wie weit in die Zukunft können Sie sicher planen? Welche Lücke entsteht zwischen Ihrem letzten Planungsschritt und dem großen Ziel?
  3. Haben Sie Mut zur Offenheit. Erzählen Sie Ihren Mitarbeitern genau von den ersten beiden Schritten.

Sie sind noch unsicher und wissen nicht, wie genau Sie es anfangen sollen? Buchen Sie gleich einen Termin für ein kostenloses Erstgespräch, wir finden sicher einen guten Weg, wie Sie Ihren Mitarbeitern Sicherheit geben.

 

 

Foto von Andrea Piacquadio von Pexels