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Nur ein kleines Tool

Ich habe etwas gebaut, und mein Umfeld hielt es für eine nette Nebensache. Wie viel davon lag an mir?

Ich habe vor einiger Zeit den Calendar Butler gebaut. In meiner Freizeit, für Menschen, die gleichzeitig für mehrere Kunden arbeiten. Er läuft, er hat Nutzer, und er spart ihnen im Jahr eine Menge Zeit.

Kürzlich saß ich in einem Unternehmen in einem Gespräch über genau dieses Werkzeug. Man fand es gut, das kam deutlich rüber. Aber ich hatte beim Zuhören den Eindruck, dass die anderen etwas anderes sahen als ich. Für sie war es ein kleines Tool, das jemand aus dem Haus nebenbei gebaut hat. Dass dahinter ein Produkt steht, mit eigener Website, mit Nutzern und mit einem Preismodell, war, so mein Eindruck, nicht angekommen.

Kalenderansicht für einen Dienstag mit drei Spalten, in denen Termine als graue Felder und belegte Zeiten als schraffierte Blöcke zu sehen sind

Was ich nicht sichtbar mache, kann niemand wertschätzen.

Ohne Vorwurf

Ich will niemanden vorführen, und es wäre auch unfair. In diesem Unternehmen bin ich nie als jemand aufgefallen, der Software entwickelt. Warum sollte mein Gegenüber auf die Idee kommen, dass ich ein Produkt gebaut habe? Sein Bild war ein vernünftiger Schluss aus dem, was er wusste.

Das Problem war nicht sein Bild. Das Problem war, dass ich ihm kein anderes gegeben hatte.

Wir bewerten, was wir kennen

Bei einem großen Namen fragen wir nach dem Preis. Bei etwas, das wir nicht einordnen können, fragen wir uns, wie schwer das schon sein kann. Das ist keine Bosheit, sondern Schätzen mit dem, was man hat: Wer nicht weiß, was dahintersteckt, rechnet mit einem Wochenende Arbeit.

Machen wir uns nichts vor: Wir erzählen gern klein von dem, was wir nebenbei und aus Überzeugung gebaut haben. "Ein kleines Projekt." "Nur so ein Ding." Das Wort, das wir wählen, wird zu dem Wert, den andere annehmen.

Ich habe selbst von meinem Tool als kleinem Tool gesprochen, am Anfang. Erst später habe ich gemerkt, welche Power dahintersteckt.

Wie wir mit uns selbst sprechen

Das ist der Punkt, der mir am wichtigsten geworden ist: Es kommt darauf an, wie wir mit uns selbst sprechen. Die Wörter, die ich für meine Arbeit im Kopf habe, bestimmen, wie ich sie vorstelle, wie ich sie bepreise und wie ernst ich sie selbst nehme. Wer innerlich "nur ein kleines Ding" denkt, spricht auch so darüber, und andere hören es.

Das passiert leise. Niemand beschließt, den eigenen Wert herunterzureden. Es ist eine Gewohnheit, ein Satz, den wir oft genug gesagt haben, bis er sich wie eine Beschreibung anfühlt und nicht mehr wie eine Wahl.

Zutreffend zu sprechen heißt weder größer noch lauter. Es heißt, genau zu sein: Was ich weiß, sage ich auch. Wie viele Menschen es nutzen, wie viel Zeit es spart, wie viel Arbeit darin steckt. Das ist weder Angeberei noch Bescheidenheit, sondern Genauigkeit.

Was ich daraus mache

Mir wurde klar, dass ich da nachliefern muss: die Website, eine Präsentation und die Zahlen. Wie viele Menschen das Werkzeug nutzen. Wie viel Zeit es pro Person und Jahr zurückbringt. Keine Rechtfertigung und keine Bitte, nur das, was da ist.

Sich des eigenen Wertes bewusst zu sein heißt nicht, mehr zu fordern.

Es heißt, selbst zu wissen, was da ist, und es so zu sagen, dass jemand anderes es verstehen kann. Ich spreche beruflich ständig über Ownership. Wer das Eigene klein redet, übernimmt es nicht wirklich, und andere übernehmen dann die Deutung.

Wie sprichst du mit dir selbst über das, was du erschaffen hast? Und was würde jemand, der dich nicht kennt, daraus schließen?