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Von Todoist zu Obsidian: Meine Taskliste, die sich selbst füttert

Meine Tasks wohnen jetzt dort, wo auch meine Notizen und Projekte wohnen. Wie ich Aufgaben nur einmal aufschreibe und trotzdem immer sehe, was heute, diese Woche und in welchem Projekt ansteht.

Zum Jahresanfang habe ich meine Tasks umgezogen: von Todoist nach Obsidian, mit dem Plugin Tasks. Was dabei entstanden ist, ist eine Taskliste, die sich selbst füttert. Wie das funktioniert, erkläre ich hier.

Obsidian mit geöffnetem Task Dashboard: links Seitenleiste und Ordnerliste, in der Mitte die Abschnitte Heute geplant oder fällig, Diese Woche, Vor heute geplant oder fällig und Noch einzuplanen, rechts Monats und Tagesansicht eines Kalenders

Warum der Umzug

Mein Wissen, meine Notizen und meine Projekte leben in Obsidian. Meine Tasks lebten woanders. Wenn ich an einem Projekt gearbeitet habe, lag die Notiz in einem Programm und die Aufgabe in einem anderen.

Ganz konkret hat mir die Verlinkung gefehlt, zwischen den Aufgaben selbst und den Unterlagen, die ich dafür brauche, also Projektnotizen und Ähnliches. In Obsidian hatte ich die schon lange. In Todoist war Verlinken zwar möglich, aber umständlich: Auf der einen Seite musste ich die URL herausholen, auf der anderen Seite etwas einfügen. In Obsidian habe ich alles sofort zusammen.

Dazu kommt ein zweiter Gedanke, der mich schon immer stört: Ich bin auf eine fremde Plattform angewiesen. Ich möchte Herrin über meine Daten sein und sie bei mir gespeichert haben. Bei Todoist lagen alle meine Tasks bei Todoist.

Ein Task ist eine Zeile Text

Mit dem Plugin Tasks wird jede Checkbox in Obsidian zum Task. Er steht als ganz normale Zeile in einer Notiz. Alles Weitere hängt am Ende dran: Datumsangaben und Tags.

- [ ] Angebot schicken #Projekt/Kunde/Projektname ➕ 2025-01-08 ⏳ 2025-01-13

Das Plugin liest die Zeile und weiß: Der Task wurde am 8. Januar angelegt (➕), ich will ihn am 13. Januar bearbeiten (⏳), und er gehört zu einem Projekt.

Gibt es einen harten Termin, kommt ein Fälligkeitsdatum dazu (📅). Wiederkehrende Tasks bekommen ein 🔁.

Meine Tasks liegen in zwei Notizen im Ordner Questlog: eine für spontane Tasks, eine für wiederkehrende.

Die Taskliste, die sich selbst füttert

Die eigentliche Arbeit macht eine Notiz, das Task Dashboard. Sie enthält selbst keine Tasks, sondern Abfragen. Jede Abfrage sucht in meinen beiden Task-Notizen alle offenen Tasks heraus, die zu ihr passen:

  1. Heute geplant oder fällig
  2. Diese Woche
  3. Vor heute geplant oder fällig
  4. Noch einzuplanen

Ein Task ohne Datum landet bei „Noch einzuplanen“. Bekommt er ein Datum, wandert er von allein nach „Heute“, wenn der Tag da ist. Wurde er nicht erledigt, steht er am nächsten Tag unter „Vor heute geplant oder fällig“. Ich muss nichts verschieben und nichts kopieren.

Ich schreibe einen Task einmal auf. Wo er auftaucht, entscheiden seine Datumsangaben und seine Tags.

Projekte im Griff

Jedes Projekt hat bei mir eine eigene Seite, den Projektanker. Darin steht eine Abfrage: alle offenen Tasks mit dem Tag dieses Projekts. Ich lege einen Task also nie „in“ ein Projekt. Ich hänge ihm den Projekt-Tag an, und er erscheint auf der Projektseite.

Dazu gibt es eine Übersicht, die alle offenen Tasks nach Projekt gruppiert. Und eine Abfrage, die mir laufende Projekte zeigt, zu denen es keinen offenen Task gibt. Ein Projekt ohne offenen Task hat keinen nächsten Schritt.

Wiederkehrendes

Alles, was regelmäßig kommt, steht in der zweiten Notiz mit einem Wiederholungsmuster, zum Beispiel jede Woche am Freitag. Hake ich den Task ab, legt das Plugin die nächste Runde automatisch an. Alle zwei Wochen habe ich außerdem einen Task, der mich daran erinnert, Projektseiten oder Routinen anzulegen, die noch fehlen.

Der Umzug selbst

Schwierig war der Umzug nicht. Ich habe neue Tasks in Obsidian gepflegt und getestet, ob das funktioniert. Keine Hauruck-Lösung, sondern sanftes Antesten.

Danach kam der Big Bang: Ich habe in etwa zwei Stunden alle Tasks exportiert und übertragen. Damit war ich für alles fertig und hatte in diesen zwei Stunden alles aufgebaut.