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Hochmotiviert krempelt das Projektteam die Ärmel hoch, entwickelt einen Rolloutplan, plant die Ressourcen und arbeitet mit Volldampf los – aneinander vorbei. Hinterher weiß man es wieder: “Über Ziele hätten wir sprechen sollen. Haben wir etwa doch nicht so genau gewusst, was wir überhaupt wollten?”

Ziele sollen SMART formuliert sein, dann klappt der Rest wie von allein, das ist ein alter Hut. Dennoch klappt es nur in den seltensten Fällen. Und warum? Oft liegt es daran, dass unklar ist, was denn das Ziel eigentlich ist. Dafür reicht es aber nicht, ein Projektziel aus dem Boden zu stampfen und SMART zu formulieren. Vielmehr gleichen Projektziele Bäumen. Und jeden Ast sollte man unter die Lupe nehmen. Eines haben alle Ziele gemein: Niemand kennt die Ziele anderer, solange er nicht umfassend danach fragt. Und mehr ist es auch nicht, was wir von den Zielen der Menschen in einem Projekt um uns wissen: wir müssen sie danach fragen.

Was der Kunde anfangs will

Der Kunde weiß am Anfang oft nur, dass er den aktuellen Zustand verändern möchte. Stellen Sie sich einmal vor, Sie suchen nach einem neuen Auto und gehen in ein Autohaus. Ein Verkäufer kommt auf Sie zu, begrüßt Sie herzlich und führt sich gleich zu einem Wagen. “Ich habe genau das Richtige für Sie. Sehen Sie sich einmal diesen hier an…”, sagt er und deutet auf einen schnittigen 2-Sitzer. Allerdings suchen Sie einen Wagen, in den Ihre 5-köpfige Familie mit allem nötigen Zubehör passt. “Warum hat er mich nicht gefragt?” denken Sie sich. Und schon fühlen Sie sich unverstanden.

Dieses Gefühl kann der Verkäufer nur schwer wieder umdrehen. Auch wenn Sie ihm jetzt erzählen, was Sie wirklich suchen, vermuten Sie sehr wahrscheinlich unterschwellig weiterhin, dass er nicht 100%ig auf Sie eingeht. Wäre er dagegen auf Sie zugekommen und hätte Sie nach der Begrüßung gefragt, was Sie sich von Ihrem neuen Wagen wünschen, hätten Sie sich von Anfang an besser aufgehoben gefühlt.