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Nicht erst durch Corona wird in allen Unternehmen technisch aufgestockt. Neue Websites müssen her, Onlineshops werden überarbeitet und Collaboration-Plattformen eingeführt. Die meisten Veränderungen passieren, ohne dass alle genau wissen, warum sie umgesetzt werden sollen. Noch keiner kennt den Weg so genau, den sein Unternehmen in den nächsten Jahren einschlagen wird. Man sieht nur links und rechts des Weges die Konkurrenten, die ihre Veränderung sichtbar machen. Da ist die Angst groß, abgehängt zu werden.

Das Problem ist, dass genau solche Schnellschüsse Unternehmen direkt ins Abseits befördern können. Wer in Krisenzeiten sein Budget verbrennt, ohne den Gewinn aus den Maßnahmen steigern zu können, hat schnell ein Problem.

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Warum, was und wie – 3 Fragen und eine Erfolgsstory

Dabei gibt es eine Menge Dinge, über die sich Unternehmen zu Beginn einer Veränderung Gedanken machen sollten. Und damit meine ich nicht, den Social Media Auftritt zu verbessern oder den Außendienst mit iPads auszustatten. In diesem Blog Artikel erzähle ich Ihnen von drei Punkten, über die sie sich als Unternehmer Gedanken machen sollten, bevor sie eine Veränderung starten und eine Erfolgsgeschichte von einem meiner Kunden.

Warum gibt es mein Unternehmen?

Ich weiß, für viele ist diese Frage bald lästig, weil sie immer wieder gestellt wird. In jedem Lehrbuch findet man den Hinweis, mit dem ‚Warum‘ zu starten. Dann frage ich mich, warum so viele Unternehmen immer noch nicht tun. Nicht nur in der Kommunikation ist das ‚Warum‘ wichtig, auch in der Veränderung ist es essenziell. „Warum gibt es mein Unternehmen überhaupt?“

Aber auch „Was will ich damit bezwecken, wem will ich helfen?“. Wichtig ist, dabei immer vom Kunden auszugehen. Der Zweck eines Unternehmens ist es beispielsweise nicht, Mitarbeiter zu beschäftigen und so für eine niedrige Arbeitslosenquote zu sorgen. Der Zweck eines Unternehmens ist es, mit einem Produkt oder einer Dienstleistung seinem Kunden, also dem Käufer, zu helfen. Der Unternehmer stiftet einen Nutzen. Nur dafür wird er von seinem Kunden bezahlt! Kein Kunde zahlt Geld dafür, dass ein Unternehmen Mitarbeiter beschäftigt.

Die erste Frage, die Sie sich als Unternehmer also stellen sollten, ist die Frage nach dem ‚Warum‘. Gleich anschließend stellen sich die nächsten Fragen wie von selbst. Doch die Frage nach dem ‚Warum‘ ist und bleibt die absolute Basis.

Was können wir gut?

Die zweite Frage, die sich Unternehmen unbedingt stellen sollten, ist die Frage: „Was können wir besonders gut?“ Viele Unternehmen fangen an, Produkte oder Dienstleistungen auf den Markt zu werfen, weil sie gerade ‚in‘ sind. Doch es bringt überhaupt nichts, wenn das neue Angebot in der Qualität nicht an die Konkurrenz heran reicht. Sie müssen schon zu den Besten gehören (oder es sehr viel günstiger abgeben, doch wer will das schon), damit Sie überhaupt wahrgenommen werden. Das geht nicht von jetzt auf gleich und erfordert mitunter viel Vorbereitung und Know How. Haben Sie das schon? Falls nicht, ist jetzt wahrscheinlich nicht der richtige Zeitpunkt, um sich einzuarbeiten.

Forschen Sie lieber etwas tiefer: Was kann ihr Unternehmen heute schon besonders gut?

Und wie lassen sich diese Kenntnisse auf andere Bereiche übertragen? So haben zum Beispiel zu Beginn der Corona-Krise Unternehmen aus der Textilverarbeitung nicht mehr nur Kleidung hergestellt, sondern auch Mund-Nasen-Bedeckungen.

Was ist Ihre Superkraft? Und welche tiefliegenden Probleme Ihrer Kunden können Sie damit lösen?

Wie können wir das (noch) erreichen?

Wenn Sie die ersten beiden Fragen beantwortet haben, ist die letzte ein Kinderspiel. Muss es wirklich eine digitale Lösung sein? Müssen Sie alles über den Haufen werfen, was Sie bisher gemacht haben? Oder hilft es, einen kleinen Schlenker zur Seite zu machen?

Wichtig ist, dass Sie sich nicht auf eine Lösung versteifen. Oft ist die erste Lösung spannend, hält jedoch nicht lange stand. Sammeln Sie viele Ideen, setzen Sie wenige davon um und entwickeln Sie einzelne bis ins Detail. Geben Sie sich die Chance, kleine Schritte zu machen und gegebenenfalls etwas noch einmal neu zu denken. Stellen Sie sich die Frage, wie Sie die Lösung der Probleme Ihrer Kunden erreichen können, immer und immer wieder. Ganz nebenbei – so entstehen auch Innovationen.

Erfolgsstory

Zur Abschluss habe ich ihn noch eine Erfolgsgeschichte versprochen. Einer meiner Kunden stellt Medizintechnik her, zahnmedizinische Geräte, mit denen unter anderem mobile Zahnärzte von Dorf zu Dorf fahren. Mein Kunde hatte sich überlegt, den Onlineshop massiv auszubauen. Beispielsweise sollte dort eine 3-D Ansicht von Geräten zur Verfügung stehen. Schnell kam das Argument auf, dass in den Regionen, in denen die mobilen Zahnärzte unterwegs sind, das mobile Internet oft nicht so stabil ist und schon gar nicht auf ausgelegt auf große Datenmengen. Mein Kunde stand also vor der Herausforderung, den Onlineshop mit neuen Features anzureichern, in der Datenmenge aber dennoch schlank zu halten. Es schien unlösbar und es war klar: das würde ein großes Budget verschlingen…

Die Geschäftsleitung ging noch einmal einen Schritt zurück und blickte noch einmal auf das ‚Warum‘, das ‚Was‘ und das ‚Wie‘.

Das ‚Warum‘ meines Kunden

Das ‚Warum‘ meines Kunden ist, dass zahnmedizinische Behandlung jedem Menschen auf der Welt in bester Qualität zur Verfügung stehen soll. Da war schnell klar: die mobilen Zahnärzte sollen erschwingliche, langlebige und robuste Werkzeuge bekommen, die klein, leicht und einfach zu transportieren sind.

Langlebig und robust waren die Produkte schon immer und erschwinglich sollten sie auch weiterhin bleiben. Damit war der Gedanke an den kostspieligen Ausbau des Onlineshops schnell vom Tisch.

Das ‚Was‘ meines Kunden

Die Superkraft meines Kunden ist es, die Produkte nicht nur robust herzustellen, sondern sie auch aufeinander abzustimmen, damit der Zahnarzt so wenig Platzaufwand wie möglich hat. Stellen Sie sich vor: In manchen Ländern muss in einem Pick-up eine komplette Zahnarztpraxis zusammengefaltet Platz haben. Da ist jeder Millimeter wertvoll.

Und dann entdeckte mein Kunde ein Problem, dass die Zahnärzte haben. Sie kaufen Geräte von verschiedenen Anbietern. Die sind natürlich nicht aufeinander abgestimmt – die Zahnärzte verschwenden wertvollen Stauraum.

Sie brauchen also Lösungen, mit denen sie ihr Equipment transportieren konnten. Daraus entwickelten wir mehrere Ansätze:

Das ‚Wie‘ meines Kunden – und die Lösungen

Lösung 1

Auf der Webseite gibt es jetzt einen ‚PackHelfer‘. Dieser war ungleich günstiger als die Überarbeitung des Onlineshops, doch hier können die Zahnärzte schon beim Einkauf den Platz in ihrem Pick-up optimal planen. Sie geben die Raummaße an, die zur Verfügung stehen, nennen die Geräte, die sie schon besitzen oder unbedingt anschaffen müssen und ihnen werden Artikel vorgeschlagen, die dazu und zu dem vorhandenen Platz passen.

Lösung 2

Passend zum ‚Packhelfer‘ gibt es Möglichkeiten, den Stauraum zu organisieren: Stapelbare Boxen in Standardmaßen oder Hängevorrichtungen, damit wirklich jeder Platz genutzt werden kann.

Lösung 3

Von der 3-D-Ansicht der Geräte wollte man sich nicht trennen. Doch nun werden alle Vor-Ort-Mitarbeiter mit leistungsfähiger Hardware ausgerüstet. Damit können Sie die Ansichten lokal vorführen, ohne auf das Internet zugreifen zu müssen. Updates können sie dann einspielen, wenn Ihnen wieder eine feste Netzverbindung zur Verfügung steht.

 

Fazit

Sie sehen, es hilft nicht immer, gleich in den technischen Dimensionen zu denken. Viel mehr Sinn macht es, sich in den Kunden hinein zu versetzen dessen Wünsche mit den eigenen Fähigkeiten abzugleichen.

Haben Sie Fragen? Brauchen Sie einen Impuls für die Veränderung in Ihrem Unternehmen? Schreiben Sie mir!