Vor ein paar Tagen war ich zu einer Anwenderkonferenz eines Softwareanbieters in Berlin. Am zweiten Tag hielt ich einen Workshop, doch ich war schon am ersten Tag da und konnte den Umgang zwischen den Teilnehmern und den Veranstaltern ansehen. Und ich war begeistert.

Die Kunden sind Fans

Genau das ist mir gleich aufgefallen: Die Kunden dieses Unternehmens sind echte Fans. Teilweise sind sie schon einige Jahre Kunden, haben auch schon viele dieser Anwenderkonferenzen teilgenommen. Aber selbst die, die zum ersten Mal dabei waren, waren begeistert von dem, was

Wie kann man das schaffen

Natürlich führen viele Wege nach Rom. Das, was dieses Unternehmen macht, ist nicht der einzig richtige Weg, um Kunden zu Fans zu machen. Und ich will Ihnen gar nicht viel von Kundenzufriedenheit und Co. erzählen, denn das haben Sie an anderer Stelle sicher schon oft gehört. Ich möchte Ihnen von der Anwenderkonferenz erzählen, von den kleinen Stellschrauben, die die Kunden dort begeistert haben. Zwei Dingen waren offensichtlich ganz weit vorn.

Wissen von außen holen

Ich habe schon an einer Menger solcher Anwenderkonferenzen teilgenommen und bisher waren sie alle gleich. Ein Vortrag über Spezialfunktionen jagte den nächsten, zwischendurch wurden sie abgelöst von Best Practices. Alles drehte sich um das eigene Angebot und manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Anbieter auch gern die Mittagspause mit Informationen vollgestopft, wäre da nicht leider der Wunsch der Teilnehmer, zu netzwerken.

Dieses Unternehmen macht es anders. Natürlich gibt es auch Vorträge mit Informationen über die eigene Software. Doch es gab einige Workshops und Vorträge von externen Experten, die nur bedingt etwas mit IT zu tun hatten und völlig losgelöst von der Software waren. Es gab Themen wie „Ein Projektteam zusammenstellen“, „Demografischem Wandel in IT-Abteilungen begegnen“ oder „Versteckte Anforderungen finden“.

Das ist ein echter Mehrwert für die Teilnehmer. Es gibt mehr Wissen als um die Software, es gibt also kleine Extras. Außerdem wirkt der Veranstalter gleich viel sympathischer, weil nicht alle Aufmerksamkeit auf den eigenen Themen liegt. Das hat er schließlich gar nicht nötig.

Mein Tipp an Sie: Seien Sie mutig und geben Sie einmal einen Teil der Bühne an andere Experten ab. Ein gesundes ‚Understatement‘ kann in der Beziehung zwischen Ihnen und Ihren Kunden echte Wunder wirken.

Kunden zu Wort kommen lassen

Auf einige Vorträge war ich besonders gespannt. Denn die wurden nicht von den eigenen Mitarbeitern oder externen Experten gehalten, sondern von Kunden. Einige Kunden plauderten aus dem Nähkästchen und zeigten, wie sie die Software nutzen. Sie gaben Tipps zu besonderen Einstellungen, teilten Wissen zu speziellen Funktionen und beschrieben ihre effizientesten Workflows. Noch nie hatte ich so viele ‚Ah’s und ‚Oh’s zu einem Vortrag auf einer Anwenderkonferenz gehört. Und auch nach den Vorträgen in den Kaffeepausen diskutierten sie dazu fleißig weiter.

Es gab sogar einen Workshop, der von einem Kunden geleitet wurde und in dem er mit den Teilnehmern Wunschfunktionen für die bestehende Software entwickelte.

Mein Tipp an Sie: Lassen Sie Ihre Kunden sprechen. Es gibt kaum etwas, was Ihre Kunden mehr inspiriert, als ein anderer Kunde, der sich für Sie ins Zeug legt.

Darum bitte ich Sie: machen Sie es anders als alle anderen. Denn nur, weil Sie bisher vielleicht keine anderen Formate gesehen haben, heißt das nicht, dass Sie sie nicht erfinden können.

Wollen Sie mit mir und anderen Lesern darüber diskutieren und Ihre Erfahrungen teilen? Die Möglichkeit gibt es in unserer geschlossenen Xing-Gruppe.