Heute hatte ich ein Erlebnis der dritten Art. Nicht, dass ich nicht schon früher auf Menschen getroffen wäre, die sich mit Emails an Kollegen und Vorgesetzte für alle Szenarien absichern. Aber die Mitarbeiterin meines Kunden, mit der ich mich heute unterhalten habe, übertraf meine schlimmsten Vermutungen um Längen.

Sie kennen solche Kollegen auch: Jedes noch so kleine Status-Update, jede Stellungnahme und jede Anfrage senden Sie per Email und setzen die Kollegen und den Teamleiter konsequent in CC.

Es gibt zwei Typen Mensch, die das tun: die ‚hin-zu‘ und die ‚weg-von‘. Beide Verhaltensweisen sind gerade für die CC-Empfänger eher nervig als sinnstiftend, und doch sind die Ziele, die diese Typen verfolgen vollkommen unterschiedlich.

Der ‚hin-zu‘-Typ will etwas erreichen, er will ‚zu etwas hinkommen‘, nämlich dazu, dass jeder in seinem Umfeld weiß, wie gut er arbeitet. Das Motto ‚tue Gutes und rede darüber‘ strapaziert er bis zur völligen Überlastung seiner Mitmenschen, und das, obwohl er selten in größeren Rudeln auftritt. In Teams sind ‚hin-zu‘-Typen eher … Das liegt ganz einfach daran, dass jeder Kollege unter der Emailflut leidet, die er produziert, und damit sensibilisiert ist.

Mein Vater, der sein Leben lang im Bergbau gearbeitet hatte, zitierte für dieses Phänomen gern einen ebenso aberwitzigen wie passenden Dialog:

„Steiger, Steiger, ich weiß was.“
„Was denn?“
„Auf dem Klo brennt Licht.“
„Dann mach es doch aus.“
„Hab ich schon.“

Zugegeben, das klingt schon sehr handfest und zum Ruhrgebiet passend. Doch es trifft den Nagel auf den Kopf.